| Ort der Ausführung: | Steinbach, Bad Lausick, Sachsen, Deutschland, Europa |
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| Zeitraum: | Jul 2018 - Aug 2021 |
| Zuständiger Firmen-Standort: | Niederlassung Nord/Ost, Pegau |
Steinbach ist ein Ortsteil der Stadt Bad Lausick und gehört zum Verbandsgebiet des Abwasserzweckverbands „Espenhain“. Im Jahr 2014 wurde vom Ingenieurbüro R & H Umwelt GmbH für Steinbach im Rahmen einer Grundlagenermittlung ein Entwässerungskonzept erstellt, welches als Grundlage für die vorliegende Planung diente. Aufbauend auf dem Entwässerungskonzept wurde im Rahmen der Vorplanung eine Variantenuntersuchung zur Ausgestaltung der Mischwasserbehandlungsanlage durchgeführt.
Im weiteren Planungsverlauf wurde die Umsetzung der Vorzugsvariante (Fangbecken im Hauptschluss mit integriertem Trennbauwerk) und Präzisierung der erforderlichen Anpassungsarbeiten der vorhandenen Pumpstation an die Erfordernisse der neuen Mischwasserbehandlungsanlage bestehend aus Regenüberlaufbecken und Beckenüberlauf betrachtet.
Im Rahmen der Planung und Bauausführung stellte sich neben der Erlangung der wasserrechtlichen Genehmigung für das neue RÜB auch die Aufrechterhaltung der bestehenden Pumpstation und deren Betrieb während der Bauzeit des neuen Beckens als besondere Herausforderung dar.
Leistungen nach HOAI: 1-9 (Ingenieurbauwerke, Technische Ausrüstung), örtliche Bauüberwachung
Kosten: ca. 652.000 € netto Baukosten, ca. 119.000 € netto Honorarkosten
| Aufgabenbereiche: | Abwasserentsorgung , Mischwasserbehandlung, Hydraulik |
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Das Regenüberlaufbecken ist in Form eines Rundbeckens (Ø 6,00 m) mit einem in Beckenmitte integrierten Pumpenschacht (Ø 2,00 m) zur Beckenentleerung geplant. Der kritische Mischwasserabfluss kann problemlos in das Becken eingeleitet werden, bis die Schwelle im Becken anspringt. Das darüber hinaus anfallende Mischwasser wird über den integrierten, seitlich angeordneten Beckenüberlauf mit Lamellentauchwand zum Grobstoffrückhalt und die Entlastungsstrecke in den Jordanbach eingeleitet. Bei der Festlegung der Schwellenoberkante des Beckenüberlaufs wurde neben dem bestehenden Kanalsystem auch geprüft, dass noch eine Entlastung im freien Gefälle erfolgen kann.
Der vorgeschaltete Vereinigungsschacht der beiden ankommenden Mischwasserkanäle wurde ausgewechselt und durch einen GFK-Schacht DN 2000 ersetzt. Dabei wurden die Zuläufe bereits ausreichend groß dimensioniert, dass eine zukünftige Auswechslung und Vergrößerung der beiden Haltungen möglich ist. Vom Vereinigungsschacht zum Regenüberlaufbecken wurde ein Zulaufkanal mit Drachenprofil DN 1200 / 250 GFK verlegt.
Die Entlastung in den Jordanbach erfolgt am Beckenüberlauf über eine Öffnung 1500 x 750 mm und einem offenen Gerinne aus Wasserbausteinen (Entlastungsgraben). Nach der Öffnung ist der Entlastungsgraben als offenes Gerinne mit einer Sohlbreite von 1500 mm in den Jordanbach eingebunden.
Zur Beckenentleerung wurde eine Druckleitung DN 100 bis 125 vom Pumpenschacht des Regenüberlaufbeckens in einen neu hergestellten MID- und Revisions-Schacht DN 2500 Sb geführt. Im erdberührten Bereich wurde die Druckleitung in PE-HD ausgegeführt, innerhalb der Bauwerke in Edelstahl. Der MID-/Revisions-Schacht ist mit einem Plattenschieber, einer Revisionsöffnung, einem Reduzierstück sowie einem magnetisch-induktiven Durchflussmessgerät (MID) ausgestattet. Hinter dem Schacht wurde die Leitung an die bereits bestehende Druckleitung PE-HD 280 x 25,5 (Weiterleitung zur Kläranlage) angeschlossen.
Nicht mehr benötigte Schächte der bisherigen Pumpstation wurden außer Betrieb genommen und bis 1 m unter Geländeoberkante zurückgebaut. Die technische Ausrüstung in den Schächten wurde komplett ausgebaut und entsorgt. Die verbleibenden Schächte wurden mit geeignetem Füllboden verfüllt und lageweise verdichtet. Außerbetriebgenommene Kanäle wurden verdämmt bzw. im Baubereich zurückgebaut.
Die alte Zaunanlage wurde komplett zurückgebaut und ein neuer Zaun – angepasst an die neue Mischwasserbehandlungsanlage - errichtet. Vom Eingangstor wurde eine Zufahrt in Asphaltbauweise mit Wendemöglichkeit zu den Bauwerken geschaffen. Von der Zufahrt wurden mehrere Gehwege zu den diversen Schachtöffnungen und zum Steuerungsgebäude gepflastert. Alle Schachtabdeckungen wurden mit einer 3-zeiligen Umpflasterung aus Natursteinpflaster versehen. Auf den verbleibenden Flächen wurde Rasen angesät. Das vorhandene Steuerungsgebäude zur Unterbringung des Schaltschrankes wurde instandgesetzt. Des Weiteren wurden drei neue Lampen zur Beleuchtung des Betriebsgeländes errichtet. Zudem wurde die Zufahrtsstraße zum Areal der Mischwasserbehandlungsanlage grundhaft ausgebaut und mit Asphalt befestigt.
Im Vorfeld zu dieser Baumaßnahme wurde in den Jahren 2013 und 2014 ein Entwässerungskonzept für die Ortslage Steinbach erstellt. Zielstellung war eine möglichst genaue Erfassung und Darstellung des bestehenden Entwässerungssystems. Das Konzept sollte als Handlungsgrundlage dazu dienen, Prioritäten für die Ertüchtigung des bestehenden Systems festzulegen, um eine den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechende Abwasserentsorgung zu gewährleisten. Folgende Planungsschwerpunkte lagen dem Entwässerungskonzept zugrunde:
Die bestehenden Außengebietsentwässerungen wurden hinsichtlich des geplanten Entwässerungssystems einer Überprüfung unterzogen und Anforderungen / Möglichkeiten aufgezeigt werden, diese weitgehend aus der bestehenden innerörtlichen Kanalisation auszubinden.
Für die erforderliche Mischwasserbehandlung der Kanalisation von Steinbach wurden die Bemessungsgrundlagen entsprechend dem Arbeitsblatt A128 ermittelt und das erforderliche Speichervolumen nachgewiesen.
Die bestehende Kanalisation wurde an die Neuordnung der Außengebietsentwässerung und der geplanten Mischwasserbehandlung angepasst und überschlägig ausgelegt. Eine hydraulische Überrechnung der Kanalisation war nicht Bestandteil des Konzeptes.
"Schriftliche Bestätigung"